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Nasenformen: die Form benennen, die Funktion untersuchen
Diese Veröffentlichung operiert nicht und untersucht niemanden. Sie gibt wieder, was ein einziges Dokument zu den Formen der äußeren Nase sagt: die konsensbasierte S2k-Leitlinie der deutschen HNO-Fachgesellschaft mit der AWMF-Register-Nummer 017-070. Vier Formen zählt sie beispielhaft auf, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, und zu jeder sagt sie, was daraus für die Nasenatmung folgt.
Die kurzen Antworten
- In der Regel mit Funktionsbeeinträchtigung
- SpannungsnaseNach der Leitlinie ein im Profil zusammen mit der Nasenspitze deutlich überhöhter Nasenrücken, zugrunde liegend ein Überschusswachstum des knöchernen Nasengerüsts und mehrerer knorpeliger Bestandteile, insbesondere des Septumknorpels. Es resultiere eine schmale, hohe Pyramide mit reduzierter Querschnittsfläche, eine im Nasenklappenbereich eingeengte Naseneingangsebene mit einem Nasenklappenwinkel kleiner als 15 Grad, schlitzförmige und schmale Nasenlöcher und eine verbreiterte Basis der Columella. Sie unterscheide sich in diesen Details von einer Höckernase und sei in der Regel mit einer Funktionsbeeinträchtigung verbunden. In der Regel ist nicht immer, und eine Häufigkeit nennt das Dokument dazu nicht.
- Die Form, aus der in der Regel nichts folgt
- HöckernaseDer Nasenrücken überragt nach der Leitlinie bei normaler Projektion der Nasenspitze deren Verbindungslinie zur Nasenwurzel. Liegen alle übrigen anatomischen Details im Normbereich, resultiert nach ihrem Wortlaut in der Regel keine Funktionsbeeinträchtigung. Auch hier ist in der Regel nicht immer.
- Was die Aufzählung ist
- Vier Überschriften, beispielhaftDas Kapitel zu den Formstörungen der äußeren Nase beginnt mit dem Satz, es handele sich um eine beispielhafte Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es trägt vier Überschriften: Schiefnase, Sattelnase und Breitnase zusammen, Höckernase, Spannungsnase. Das folgende Kapitel ergänzt Kombinationen und die Formstörungen von Nasenbasis und Naseneingang.
- Woran die Leitlinie die Indikation knüpft
- Beschwerden und erhobener BefundEntscheidend für die Indikationsstellung seien die subjektiven Beschwerden, in der Regel die behinderte Nasenatmung, und der erhobene pathologische Nasenbefund, der die Beschwerden erklären kann und operativ behandelbar ist. Die rhinologische Funktionsdiagnostik sei in Durchführung und Ergebnis fehlerbehaftet, korreliere nicht sicher mit einer subjektiv behinderten Nasenatmung und könne daher nicht entscheidende und alleinige Grundlage sein, sondern gebe lediglich Zusatzinformationen.
- Der Stand des Dokuments
- Überarbeitet am 30.04.2022Zitiert wird die S2k-Leitlinie mit der AWMF-Register-Nummer 017-070, also eine konsensbasierte Leitlinie. Ihr Schlusskapitel datiert die letzte inhaltliche Überarbeitung auf den 30.04.2022 und sieht die Aktualisierung für den 01.05.2027 vor.
Nasenformen lassen sich benennen: Ansichten von vorn, von der Seite und von unten zeigen die Form. Ob die Form an der Nasenatmung etwas ändert, entscheidet sich an der Nasenscheidewand, an der Nasenklappe und an der inneren Nase.
Die deutsche Leitlinie zu den Formstörungen der inneren und äußeren Nase ordnet die Formen deshalb nach ihrer Folge für die Funktion. Ihre Abschnitte zur äußeren Nase beschreiben jeweils Anatomie und Auswirkung. Eine Reihung nach Häufigkeit oder Aussehen kommt in ihnen nicht vor.
Spannungsnase: woran die Leitlinie sie erkennt
Die Spannungsnase beschreibt die Leitlinie als einen Nasenrücken, der im Profil zusammen mit der Nasenspitze deutlich überhöht ist. Zugrunde liege ein Überschusswachstum des knöchernen Nasengerüsts und mehrerer knorpeliger Bestandteile, insbesondere des Septumknorpels. Es resultiere eine schmale, hohe Pyramide mit reduzierter Querschnittsfläche.
Die Naseneingangsebene sei im Bereich der Nasenklappe eingeengt, der Nasenklappenwinkel kleiner als 15 Grad. Die Nasenlöcher seien schlitzförmig und schmal, die Basis der Columella verbreitert. Die Nasenflügel neigten wegen ihres gestreckten Verlaufes und ihrer Dünnwandigkeit bei der Einatmung zum Kollaps.
Von einer Höckernase unterscheide sich die Spannungsnase in diesen Details, und sie sei in der Regel mit einer Funktionsbeeinträchtigung verbunden. In der Regel ist nicht immer, und eine Häufigkeit nennt die Leitlinie zu dieser Form nicht.
Was die Leitlinie als Formstörung der äußeren Nase aufzählt
Das Kapitel beginnt mit seiner eigenen Begrenzung: eine beispielhafte Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Vier Überschriften trägt es, und die zweite fasst zwei Begriffe zusammen.
| Form | Wie die Leitlinie sie beschreibt | Was sie zur Funktion sagt |
|---|---|---|
| Schiefnase | Abweichung des Nasenrückens und des Nasengerüsts aus der Median-Sagittal-Ebene, genetisch bedingt oder erworben. Schiefe Nase | Muss nicht zwangsläufig zu einer Funktionsstörung führen, geht aber im Allgemeinen mit einer Septumdeviation und einer Nasenklappenverengung einher, und daraus resultiert im Allgemeinen eine Funktionsstörung |
| Sattelnase und Breitnase | Absenkung des Nasenrückenprofils, gegebenenfalls mit Verbreiterung von Nasenrücken und Nasenbasis, nach Trauma, Voroperation, Wachstumsstörung oder bestimmten Erkrankungen. Ursachen | Die zu geringe Höhe der Nasenscheidewand führe zu einer abnormen Aufweitung der Nasenklappe, und zusammen mit einer veränderten Form des Naseneinganges folge daraus eine ungleichmäßige Durchströmung bei eingeschränkter Atemluftkonditionierung |
| Höckernase | Der Nasenrücken überragt bei normaler Projektion der Nasenspitze deren Verbindungslinie zur Nasenwurzel. Höckernase | Liegen alle übrigen anatomischen Details im Normbereich, resultiert in der Regel keine Funktionsbeeinträchtigung |
| Spannungsnase | Nasenrücken und Nasenspitze im Profil deutlich überhöht, schmale und hohe Pyramide mit reduzierter Querschnittsfläche | In der Regel mit einer Funktionsbeeinträchtigung verbunden |
Der Stand des Dokuments
Die zitierte Leitlinie trägt die AWMF-Register-Nummer 017-070. Ihre letzte inhaltliche Überarbeitung datiert sie auf den 30.04.2022, die vorgesehene Aktualisierung auf den 01.05.2027.
Warum die Form über die Funktion nicht entscheidet
Die Ausprägung einer einzelnen Formstörung korreliert nach demselben Dokument nicht automatisch mit dem Schweregrad der funktionellen Einschränkung. Formstörungen der äußeren Nase gingen sehr häufig mit solchen der inneren Nase einher, und isolierte Korrekturen innerer Strukturen reichten bei gleichzeitiger äußerer Formstörung häufig nicht aus.
Für diese Fälle nennt die Leitlinie die kombinierte innere und äußere Korrektur, die Septorhinoplastik, gegebenenfalls mit Korrektur der Nasenmuscheln.
Zur Schiefnase schreibt die Leitlinie, je nach Ausprägung der Schiefstellung müsse entschieden werden, ob eine Septumplastik zur Funktionsverbesserung ausreicht oder ob auch die äußere Nase geradegestellt werden muss.
An Untersuchung nennt ihr Befundkapitel: Inspektion der äußeren Nase in Ruhe und bei forcierter Atmung, um einen Naseneingangskollaps zu erkennen, vordere und hintere Rhinoskopie, eine starre oder flexible Endoskopie der inneren Nase, Palpation mit Beurteilung der Nasenklappe, gegebenenfalls ein Cottle-Test.
Eine rhinologische Funktionstestung sollte durchgeführt werden. Durchführung und Ergebnisse seien allerdings fehlerbehaftet und korrelierten nicht sicher mit einer subjektiv behinderten Nasenatmung. Sie könnten daher nicht entscheidende und alleinige Grundlage einer Indikationsstellung sein, sondern gäben lediglich Zusatzinformationen.
Die Engstelle, die ein Profilbild nicht zeigt
Naseneingang und Nasenbasis sind nach der Leitlinie selbst Engstellen der Nasenwege. Aufgezählt werden dort unter anderem fünf Formstörungen: Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, das Ansaugphänomen der Nasenflügel bei Instabilität, eine Naseneingangsstenose bei Columellaretraktion und Verbreiterung, eine Fehlposition der Nasenspitze und eine Einengung der knöchernen Nasenbasis.
Die Fehlposition steht dort als Über- oder Unterprojektion, ohne Maßangabe. Wo die Nasenspitze sitzt und was eine runde Spitze ausmacht, behandeln eigene Seiten; welche Ebene einer Nase breit ist, unterscheidet die Seite zur breiten Nase.
Kombinationen benennt die Leitlinie ausdrücklich, als Beispiele die Schief-Sattelnase und die Schief-Spannungsnase. Unter den Formstörungen mit relevanter ästhetischer Beeinträchtigung führt sie auffällige Asymmetrien im Seitenvergleich und auffällige Disproportionen einzelner Nasendrittel in Relation zum Gesamtgesicht.
Die Frage, die eine Untersuchung beantwortet
Welche der aufgezählten Formen die eigene Nase trägt, zeigen Ansichten von vorn, von der Seite und von unten. Ob eine Septumdeviation dahinterliegt, ob die Nasenklappe eingeengt ist, ob die Nasenflügel bei forcierter Einatmung kollabieren: das sind Befunde, und Befunde werden erhoben.
Beim Leitsymptom behinderte Nasenatmung seien für die Indikation die erhobenen klinischen Befunde wegweisend, schreibt die Leitlinie. Finde sich eine Strukturstörung und sei sie operativ behebbar, so sei eine Operationsindikation gegeben. Welche Strukturstörung vorliegt, steht in keinem Dokument, sondern in einem Befund.
Fragen an die Ärztin oder den Arzt
Nehmen Sie diese Fragen mit in das Beratungsgespräch. Die Checkliste für das Beratungsgespräch ist zum Ausdrucken und Beschriften gedacht, und die Ärztinnen und Ärzte auf unserer Ärzteseite beantworten Fragen, die über diese Seite gestellt werden, bevor Sie reisen.
- Welche Formstörung der äußeren Nase haben Sie an meiner Nase erhoben, und wie benennen Sie sie?
- Liegt bei mir eine Septumdeviation oder eine Verengung der Nasenklappe vor, und mit welcher Untersuchung haben Sie das festgestellt?
- Haben Sie in Ruhe und bei forcierter Atmung inspiziert, und kollabiert dabei einer meiner Nasenflügel?
- Haben Sie die Nasenklappe palpiert, und ist ein Cottle-Test erfolgt?
- Reicht nach Ihrem Befund eine Korrektur der inneren Nase, oder muss die äußere Nase mit korrigiert werden?
- Welche Ergebnisse einer rhinologischen Funktionstestung liegen vor, und welchen Anteil haben sie an Ihrer Einschätzung?
Quellen
Jede Quelle unten wurde geöffnet und geprüft. Wir verlinken auf Gesundheitsbehörden, begutachtete Fachzeitschriften und Fachgesellschaften, und auf nichts sonst.
- Formstörungen der inneren und / oder äußeren Nase (mit funktioneller und/oder relevanter ästhetischer Beeinträchtigung), S2k-LeitlinieDeutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (AWMF-Register-Nr. 017-070)Konsensbasierte S2k-Leitlinie der deutschen HNO-Fachgesellschaft, die festhält, dass Maßnahmen an den unteren und mittleren Nasenmuscheln ausschließlich ein fakultativer Bestandteil der funktionellen Rhinochirurgie sind, dass transmuköse Verfahren (Kryotherapie, Infrarotkoagulation, Koagulation mit verschiedenen Laserarten) Schleimhautnarben hinterlassen und daher nur begrenzt, an der kaudalen und lateralen Muschelfläche eingesetzt werden sollten, und dass vollständige Resektionen der Muscheln sowie Überresektionen von Muschelgewebe, zum Beispiel die sogenannte Streifen-Conchotomie, außer bei histologisch nachgewiesenen Tumoren unterlassen werden sollen, weil therapieresistente Verkrustungen mit übelriechenden Infektionen oder ein Empty-Nose-Syndrom die Folge sein können; sie stuft soll als starke Empfehlung und sollte als Empfehlung ein, nennt zu keiner dieser Folgen eine Häufigkeit und keine Studie dahinter und gibt die letzte inhaltliche Überarbeitung mit dem 30.04.2022 an, die Aktualisierung mit dem 01.05.2027.