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Nasenmuschel lasern: die Wahl des Verfahrens

Diese Seite operiert nicht und untersucht niemanden. Sie gibt wieder, was eine einzige, namentlich genannte Quelle zur Wahl des Verfahrens an den Nasenmuscheln sagt: die Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften mit der Register-Nummer 017-070, Stufe S2k, zu den Formstörungen der inneren und äußeren Nase, erstellt im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiedergegeben wird sie genau so weit, wie sie selbst geht: mit ihrem eigenen soll und sollte, mit den Bedingungen, die an den Sätzen hängen, und mit dem, wozu sie schweigt.

Ein anatomisches Nasenmodell im Längsschnitt zeigt die übereinanderliegenden Nasenmuscheln; eine behandschuhte Hand führt eine dünne Sonde an sie heran, davor liegt ein schlankes Handstück mit gebogener Spitze auf einem blauen Tuch in einer Metallschale.
Illustratives Bild, kein Patient.

Die kurzen Antworten

Der Rang des Eingriffs
FakultativMaßnahmen an den unteren und mittleren Nasenmuscheln sind nach dem Wortlaut der Leitlinie ausschließlich ein fakultativer Bestandteil der funktionellen Rhinochirurgie.
Transmuköse Verfahren
Hinterlassen SchleimhautnarbenGenannt werden Kryotherapie, Infrarotkoagulation und Koagulation mit verschiedenen Laserarten. Sie sollten daher nur begrenzt und an der kaudalen und lateralen Muschelfläche eingesetzt werden. Ein sollte, nach der eigenen Staffel der Leitlinie also eine Empfehlung und keine starke Empfehlung.
Was unterlassen werden soll
Turbinektomie und ÜberresektionVollständige Resektionen der Muscheln und Überresektionen von Muschelgewebe, als Beispiel die Streifen-Conchotomie, sollen unterlassen werden, außer bei histologisch nachgewiesenen Tumoren. Ein soll, also eine starke Empfehlung. Als mögliche Folge nennt die Leitlinie therapieresistente Verkrustungen mit übelriechenden Infektionen oder ein Empty-Nose-Syndrom, ohne dazu eine Häufigkeit anzugeben.
Stand des Dokuments
Überarbeitet am 30.04.2022Stufe S2k, also ein formales Konsensusverfahren und keine systematische Bewertung der Studienlage. Das Dokument gibt selbst an, dass eine Aktualisierung am 01.05.2027 vorgesehen ist.

Wer nach dem Lasern der Nasenmuschel sucht, sucht nach einer Technik. Die deutsche Leitlinie zu den Formstörungen der Nase beschreibt Operationsverfahren absichtlich nicht im Einzelnen, zieht an den Nasenmuscheln aber eine Grenze. Das Wort Laser fällt in ihrem ganzen Text genau einmal, und es fällt in einem Satz über Narben.

Welchen Rang die Leitlinie dem Muscheleingriff gibt

Sie ordnet ihn zuerst ein: Maßnahmen an den unteren und mittleren Nasenmuscheln sind ausschließlich ein fakultativer Bestandteil der funktionellen Rhinochirurgie. Die Vielzahl der Techniken, schreibt sie weiter, weise darauf hin, dass jeweils Vor- und Nachteile mit einem Muscheleingriff verbunden sind.

Welches Verfahren für Sie das richtige wäre, beantwortet sie ausdrücklich nicht. Ihre Vorbemerkung hält fest, dass die Konsensuskonferenz auf die detaillierte Beschreibung von Operationsverfahren verzichten wollte, und begründet das unter anderem mit der großen Variabilität der Ausgangsbefunde, wegen der bei jedem Patienten ohnehin eine individualisierte Vorgehensweise erforderlich sei und ein Standardverfahren somit nicht generell empfohlen werden könne.

Was hier nicht noch einmal steht

Was der Eingriff behandelt, wie untersucht wird und warum verkleinert statt entfernt wird, steht auf der Seite zur Nasenmuschelverkleinerung. Hier geht es nur um die Schicht darüber.

Soll, sollte, kann: woran die Stärke abzulesen ist

Das Dokument trägt die Stufe S2k. Nach seiner eigenen Methodenbeschreibung heißt das: ein formales, unabhängig moderiertes Konsensusverfahren und keine systematische Bewertung der Studienlage. Für alle Empfehlungen sei ein einheitlicher starker Konsens erreicht worden; die Schwelle dafür liegt im Regelwerk der AWMF bei über 95 Prozent. Eine Stimmenzahl nennt das Dokument nicht, sein Deckblatt listet zwölf Teilnehmer des Konsensprozesses namentlich.

Die Stärke zeigt es über eine eigene Staffel an: starke Empfehlung heißt soll oder soll nicht, Empfehlung heißt sollte oder sollte nicht, offene Empfehlung heißt kann erwogen werden oder kann verzichtet werden. Die beiden Sätze, die den Nasenmuscheln gelten, stehen auf zwei verschiedenen Stufen davon.

Was die Leitlinie zum Lasern sagt, und was nicht

Für die Volumenreduktion des Schwellgewebes stehen ihr zufolge resezierende oder koagulierende Verfahren zur Verfügung. Zu den transmukösen, in ihrer Klammer die Kryotherapie, die Infrarotkoagulation und die Koagulation mit verschiedenen Laserarten, schreibt sie: diese hinterlassen Schleimhautnarben und sollten daher nur begrenzt, an der kaudalen und lateralen Muschelfläche eingesetzt werden.

Das ist ein sollte und kein soll, also eine Empfehlung und keine starke; verboten wird das Lasern damit nicht. Zwei Bedingungen gehören aber zum Satz: nur begrenzt, und an der kaudalen und lateralen Muschelfläche. Die Begründung steht davor und ist die Narbe in der Schleimhaut.

Das Wort Laser kommt in diesem Dokument nur an dieser Stelle vor. Das Wort Radiofrequenz kommt darin überhaupt nicht vor, was nichts darüber sagt, ob es das Verfahren gibt, sondern nur, dass dieses Dokument es nicht nennt. Sortiert wird hier nicht nach der Energiequelle, sondern danach, ob ein Verfahren durch die Schleimhaut geht.

Unter Sicht

Eingriffe an den Nasenmuscheln sollten nach derselben Leitlinie optisch kontrolliert, zum Beispiel endoskopisch, durchgeführt werden. Auch das ist ein sollte.

Die starke Empfehlung: nicht alles wegnehmen

An einer Stelle wird die Leitlinie deutlich stärker. Vollständige Resektionen der Muscheln, die Turbinektomien, sowie Überresektionen von Muschelgewebe, wofür sie die sogenannte Streifen-Conchotomie als Beispiel nennt, sollen unterlassen werden. Eine Ausnahme nennt sie, und nur diese eine: histologisch nachgewiesene Tumoren.

Als mögliche Folge nennt sie therapieresistente Verkrustungen mit übelriechenden Infektionen, von ihr selbst Stinknase genannt, oder ein Empty-Nose-Syndrom, das Syndrom der leeren Nase. Sie schreibt können, nicht werden, und eine Häufigkeit gibt sie dazu nicht an. Unter ihren Spätkomplikationen steht das Empty-Nose-Syndrom ein zweites Mal, dort bei ausgedehnten Muschelresektionen und Narbenbildung.

Wie ernst sie es meint, lässt sich an einer dritten Stelle ablesen: in ihrer Liste der Operationsindikationen steht die Verschmälerung des Nasenquerschnitts beim Empty Nose Syndrom. Für diesen Schaden führt dasselbe Dokument also eine eigene Operation.

Worüber vor dem Eingriff aufgeklärt werden muss

Hier wird aus dem sollte ein muss, und zwar bei allen Eingriffen der inneren und äußeren Nase, ausdrücklich mit und ohne gleichzeitigen Muscheleingriff. Die Liste ist lang; fünf ihrer Punkte betreffen das, was die Schleimhaut leistet:

  • Trockene Nasenschleimhaut. Mit teilweise übel riechender Verkrustung und Infektion.
  • Ungenügendes funktionelles Ergebnis.
  • Riechstörung. Einschließlich einer gestörten Riechempfindung.
  • Nasale Hyperreaktivität mit Rhinorrhoe. Eine überempfindliche, laufende Nase.
  • Endonasale Synechien. Verwachsungen im Inneren der Nase.

Dieselbe Leitlinie hält fest, dass für das Operationsergebnis keine Langzeitgarantien gegeben werden können, und führt unter den Spätkomplikationen auch das Wiederauftreten funktioneller Beschwerden durch ein Rezidiv einer Nasenmuschelhyperplasie. Zur Dauer sagt sie nur Allgemeines, für ihre Eingriffe insgesamt und nicht für ein einzelnes Muschelverfahren: eine Schleimhautpflege für etwa 3 bis 4 Wochen nach der Operation. Eine Heilungsdauer für das Lasern der Nasenmuschel steht in diesem Dokument nicht.

Welche Arbeiten der Muschelabschnitt anführt

Der Muschelabschnitt führt neun Literaturstellen an, und zwei davon tragen den Gegenstand im Titel: eine Arbeit zur Muschelchirurgie und zum Empty-Nose-Syndrom in Laryngorhinootologie von 2010 und eine kontrollierte randomisierte Studie zum Wert der Turbinoplastik in Rhinology von 2019. Keine davon wurde für diese Seite geöffnet, und keine Zahl aus ihnen steht hier.

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